02.06.2022

3D milling of CFRP prototypes from batch sizes of one

Compared to conventional metal designs, parts made of carbon fibre reinforced plastics (CFRP) are considerably lighter with the same load capacity. This offers great advantages – and not just in the aerospace industry. Low weight, high strength and low mass forces are also important in numerous other fields of application. CFRP is increasingly being used in racing cars, high-end bicycles or sports equipment, in machine engineering and for handling equipment or robots. As a development partner, MAPAL supports the development and implementation of turnkey processes with a high level of process expertise and an extensive range of tools.

The CFRP component in the workspace of the DMU milling centre.
  • The CFRP component in the workspace of the DMU milling centre.
  • Wulf Wagner, Product Manager Composite Technology at der ERIKS Deutschland GmbH.
  • The tool package for machining the test component.
  • CAD/CAM programmer Tizian Gühna from MAPAL machining on the DMU 80 monoBlock.
  • The test component of the use case is a 100 mm thick CFRP block made of ERPATEX_CFS.
  • Tizian Gühna, Dr Oliver Pecat (both MAPAL), Wulf Wagner (ERIKS Deutschland), Sven Frank and Dr Peter Müller-Hummel (both MAPAL).

„We are a specialised industrial service provider with a wide range of technical products as well as services and solutions. The area of composites covers a wide range of semi-finished products through to complex three-dimensional component geometries made of GRP and CFRP“, explains Wulf Wagner, Product Manager of the Composite Technology business unit at ERIKS Deutschland GmbH. Particularly for products as these, customers expect support in the joint development of innovative solutions. Thanks to its exceptional engineering department, the company also designs, calculates and manufactures complete CFRP components for its customers as prototypes or in series.

CFRP moulded parts are created from „prepregs“. This semi-finished fibre product is already impregnated with a suitable resin that has not yet cured. In series production, the compression moulding process presses prepregs, which have been laid on top of each other, into mould halves with appropriately designed geometries. The hot tool cures the resin and a component with the contour of the desired part is produced. However, five-figure sums have to be invested in the metallic mould halves. This cost barrier is proving to be a drawback for many potential users who may only need one or a few parts.
Wulf Wagner, Product Manager Composite Technology at der ERIKS Deutschland GmbH.
Wulf Wagner, Product Manager Composite Technology at the ERIKS Deutschland GmbH.   @MAPAL

In order to offer customers a cost-effective alternative, especially in the start-up phase of a development, the standard insert material EPRATEX_CFS 100 was developed, as Wulf Wagner explains. The same prepregs are used for this. The uniformly 100 mm thick panels are available in dimensions up to 350 x 500 mm. The random orientation of the fibres in the material means that the properties are largely isotropic. The validated manufacturing process ensures reliable compliance with the properties specified in the data sheet for the structural design. Variations in dimensions, thickness and matrix system are possible on request. By machining on suitable machining centres, any desired number of pieces can be produced, from individual parts to small series.

Gesucht: Ein schlüsselfertiger Bearbeitungsprozess

„Während sich am Markt zahlreiche Anbieter von CFK-Laminatplatten mit geringer Wanddicke tummeln, sind 100 mm dicke Platten etwas Besonderes“, weiß Sven Frank, Global Head of OEM Management bei MAPAL. Da die Bearbeitung von CFK allerdings nicht ganz einfach ist, suchte ERIKS nach einem schlüsselfertig validierten und optimierten Bearbeitungsprozess. Und es kam zum Kontakt mit MAPAL. Neben einem umfangreichen Werkzeugprogramm für die Bearbeitung von CFK-Werkstoffen verfügt der Präzisionswerkzeughersteller über hohe Kompetenz in der Prozessauslegung und -umsetzung. „Darüber hinaus steht unser technisch wie personell hervorragend ausgestattetes Forschungs- und Entwicklungszentrum für Testbearbeitungen zur Verfügung“, erläutert Frank und betont: „All diese Ressourcen bringt MAPAL gerne in gemeinsam mit Kunden durchgeführte Entwicklungsprojekte ein.“ Dabei stelle man sich jeder Herausforderung. Bei dem von ERIKS gewählten Testbauteil handelt es sich um einen Winkel in Standardgeometrie aus dem Euro Greifer Tooling (EGT) System, das in Aluminiumausführung in der deutschen Automobilindustrie in großen Stückzahlen verwendet wird. Der RCG Omega Winkel ist um 30 Prozent leichter und ermöglicht signifikante Vorteile bei der Kon­struktion von Euro Greifer Tooling (EGT) Systemen.

CAD/CAM-Programmierer Tizian Gühna von MAPAL bei der Bearbeitung an der DMU 80 monoBlock.
Die fünfachsige Bearbeitung erfolgte auf einer DMU 80 monoBlock im Versuchszentrum von MAPAL.  @MAPAL

Besondere Anforderungen an die Werkzeuge

„Der Kohlenstoff in den Carbonfasern des CFK weist teils diamantähnliche Strukturen auf. Unbeschichtete Vollhartmetallwerkzeuge halten diesem extrem abrasiven Material nicht lange stand“, erklärt Dr.-Ing. Oliver Pecat, Teamleiter Entwicklung Aerospace bei MAPAL: „Innerhalb eines Meters Fräsweg im Vollschnitt schnellt der Schneidkantenradius eines frisch geschliffenen Vollhartmetallfräsers von 2 µm auf 15 bis 20 µm hoch, während sich die Zerspankräfte verdreifachen.“ Kostenintensivere Werkzeuge mit PKD-Einsätzen (polykristalliner Diamant) hielten besser, ließen dem Werkzeugkonstrukteur aber wesentlich geringere Freiheitsgrade bei der Geometrie. Für die CFK-Bearbeitung setzt MAPAL daher bevorzugt auf diamantbeschichtete Vollhartmetallwerkzeuge. Die hier eingesetzte, hochharte und abrasionsbeständige CVD-Beschichtung stellt MAPAL seit Anfang 2021 im eigenen Haus her. „Insgesamt haben wir die Bearbeitung des Winkels von ERIKS mit zehn Werkzeugen ausgelegt“, so Pecat. „Neben dem EcoFeed Planfräser mit PKD-Fräseinsätzen kommen verschiedene Ausführungen des OptiMill-Composite-Speed in Schrupp-Schlichtausführung sowie des MEGA-Drill-Composite-UDX zum Einsatz, allesamt in der Bearbeitung von Verbundmaterialien bewährte und prozesssichere Werkzeuge.“
Das Werkzeugpaket für die Bearbeitung des Testbauteils.
Das ausgewählte Testbauteil wird mit zehn verschiedenen Werkzeugen von MAPAL bearbeitet.  @MAPAL

Mit MAPAL zum optimalen Bearbeitungsprozess

Im Rahmen des Projekts konnte die R&D-Abteilung ihre umfassenden Möglichkeiten zur Konzipierung und Validierung eines optimalen Bearbeitungsprozesses voll ausspielen: Die CAD-Geometriedaten wurden mithilfe von zwei der vier im Hause vorhandenen CAD/CAM-Programmen – Siemens NX und Solidcam – übernommen. In umfassenden Einsatzsimulationen führten die Entwickler alle Bearbeitungsabläufe durch. Berücksichtigt wurden auch Maschineneigenschaften und Spannsituationen. Die Entwicklung der Prozessschritte erfolgte iterativ – Idee, Simula­tion, Versuch und Auswertung. „Mit dem erfolgreichen Projektabschluss eröffnet sich sowohl für ERIKS als auch für MAPAL ein Markt mit viel Zukunftspotenzial“, schlussfolgert Sven Frank.

Besonderheiten der CFK-Bearbeitung

„CFK-Werkstoffe verhalten sich bei der Bearbeitung gänzlich anders als Metalle, weil die Carbonfasern spröde brechen“, sagt Tizian Gühna, CAD/CAM-Programmierer bei MAPAL. Während bei Metallen die Erwärmung des Werkstücks größtenteils auf der Energieaufnahme durch plastische Verformung der Späne vor dem Abbruch beruhe, brechen die Carbonfasern im CFK-Werkstück gänzlich spröde, sobald die Spannung im Material einen kritischen Punkt überschreitet. Dabei entwickelt sich kaum Wärme. Deshalb kann die Schnittgeschwindigkeit problemlos auf hohe Werte gesteigert werden, sobald die übrigen Parameter des Prozesses feststehen. Zu beachten sind hierbei natürlich die Steifigkeit von Maschine und Aufspannung sowie die Vermeidung von Schwingungen.
Das Testbauteil des Anwendungsfalles ist ein 100 mm dicker CFK-Block aus ERPATEX_CFS.
Massiver, 100 mm dicker CFK-Block aus EPRATEX_CFS 100 sowie das daraus durch Fräsen hergestellte Testbauteil  @MAPAL

Bauteile für zahlreiche Hightech-Branchen

„Im Flugzeugbau besteht ein großer Bedarf an CFK-Bauteilen, die mithilfe validierter Verfahren erzeugt wurden“, sagt Dr. Peter Müller-Hummel, Component Manager Aerospace and Composites bei MAPAL. Vor allem im Innenraum von Passagierflugzeugen gebe es zahllose Bauteile mit mittleren bis geringen Sicherheitsklassifikationen wie Sitzbefestigungen oder Kabelhalter beziehungsweise Rohrdurchführungen. Diese müssen im Laufe der Entwicklung und Erprobung eines neuen Luftfahrtgeräts häufig angepasst werden, wodurch sich ein großer Bedarf an Bauteilen in kleineren Stückzahlen ergibt. Darüber hinaus sieht Müller-Hummel auch in zahlreichen weiteren Branchen wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau oder der Medizintechnik einen hohen Bedarf an Kleinstserienteilen, für die sich das EPRATEX_CFS 100 Plattenmaterial eignet.
Tizian Gühna, Dr. Oliver Pecat (beide MAPAL), Wulf Wagner (ERIKS Deutschland), Sven Frank und Dr. Peter Müller-Hummel (beide MAPAL).
Erfolgreiche Zusammenarbeit, von links: Tizian Gühna, Dr. Oliver Pecat (beide MAPAL), Wulf Wagner (Produktmanager Composite-Technologie, ERIKS Deutschland), Sven Frank und Dr. Peter Müller-Hummel (beide MAPAL).   @MAPAL

Mit MAPAL als Innovationspartner „hoch zufrieden“

„Mit MAPAL gab es schon seit Jahren Kontakte und erfolgreiche Kooperationen bei der Lösung unterschiedlichster Aufgabenstellungen“, erinnert sich Wulf Wagner. Somit habe es eine solide Vertrauensbasis gegeben. Auch diesmal sei es nach der ersten Kontaktaufnahme schnell gegangen: Innerhalb von nur zwei Wochen habe MAPAL entschieden, das Projekt nicht nur anzugehen, sondern ihm auch hohe Priorität einzuräumen. Auf der Arbeitsebene klappte die Kommunikation mit den verschiedenen Fachabteilungen und den dortigen Mitarbeitern auf Anhieb sehr gut. Das angestrebte Ziel ist in der erfreulich kurzen Zeit von nur zweieinhalb Monaten erreicht worden. „Deshalb werden wir bei künftigen Entwicklungsvorhaben sicherlich wieder dort anklopfen“, bilanziert Wulf Wagner.

Kathrin Rehor, PR Project Manager bei MAPAL

Kontakt

Kathrin Rehor Public Relations kathrin.rehor@mapal.com Tel.: +49 7361 585 3342


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