01.09.2019
Das UNISET-P im Einsatz
Taktiles Messen für weniger Maschinenstillstand
Ob Gehäuse für Antrieb, Getriebe, Elektropumpe oder elektrische Lenkung – die Alupress Berlin GmbH ist Spezialist für die komplexe Bearbeitung von Druckgussbauteilen. Alupress fertigt diese Aluminiumwerkstücke in der Großserie µm-genau. Damit das funktioniert, benötigt das Unternehmen hochpräzise Werkzeuge. Müssen diese Werkzeuge eingestellt werden, kommt dafür das neue Einstellgerät UNISET-P von MAPAL zum Einsatz.
75.000 Bauteile, komplett bearbeitete Gehäuse oder Flansche aus Aluminium, verlassen in der Woche die Alupress Berlin GmbH. Über 80 Prozent dieser Bauteile bearbeitet das Unternehmen mit Werkzeugen von MAPAL. Eine Reibahle war vor über 20 Jahren das erste Werkzeug von MAPAL, das im Berliner Werk zum Einsatz kam. Denn: „Im Bereich der Feinbearbeitung ist das Know-how von MAPAL einzigartig“, sagt Patrick Wittig, der im Werk in Berlin für die Werkzeugverwaltung verantwortlich ist.
Höchste Präzision ist bei Alupress in vielen Bereichen gefragt. „Wir müssen zum Teil Bohrungen in der Großserie innerhalb einer Toleranz von 5 µm fertigen und Oberflächenrauigkeiten von Rz = 2 µm erreichen“, führt Patrick Wittig aus. Höchste Präzision ist also auch bei den Werkzeugen elementar.
Bei einer Flanschbearbeitung erreichte Alupress mit einem Werkzeug mit fest gelöteten Schneiden nicht die gewünschte Oberfläche. „Deshalb sind wir auf einen Fräser mit einstellbaren PKD-Schneiden umgestiegen“, erinnert sich Burkhard Schimkat, Vorrichtungs- und Werkzeugtechnologe bei Alupress. Um µm-genau zu fertigen, müssen die Zerspaner allerdings jede Schneide des Fräsers µm-genau auf den Planlauf einstellen.
Herausforderung µm-genaues Einstellen
Und genau hier lag lange eine Herausforderung für Alupress. „Wir hatten ein optisches Einstellgerät im Einsatz“, sagt Patrick Wittig. „Ein taktiles Messen mit Schneidenberührung war aber in diesem Fall unumgänglich, um in den geforderten Toleranzen zu fertigen.“ Die letzte Genauigkeit mussten die Verantwortlichen direkt in der Maschine einstellen. Und das war aufwendig, fehleranfällig und zeitraubend. Bis zu zwei Stunden standen dafür die Maschinen still.
Aus diesem Grund war Alupress auf der Suche nach einer Alternative für dieses Vorgehen. „Es war nur naheliegend, mit unserer Herausforderung beim Einstellen der Werkzeuge direkt auf MAPAL zuzugehen“, sagt Patrick Wittig. Denn der Präzisionswerkzeughersteller unterhält seit langem für verschiedene Projekte ein Konsignationslager bei Alupress. Einmal in der Woche ist ein technischer Berater von MAPAL vor Ort, um unter anderem sicherzustellen, dass die Bestände der Werkzeuge korrekt sind, um neu angekommene Werkzeuge zu prüfen oder Reparaturen einzuleiten. „Wir nutzen dafür das Ausgabesystem UNIBASE-M von MAPAL und haben in dem Zusammenhang auch die Einstellgeräte des Unternehmens bereits kennengelernt. Zudem stammt der PKD-Planfräser, der Auslöser für die Lösungssuche war, von MAPAL“, präzisiert Patrick Wittig.
Taktiles Messen mit dem UNISET-P
Immense Zeitersparnis
Patrick Wittig ist begeistert: „Wir stellen beispielsweise unsere PKD-Planfräser von MAPAL mit dem UNISET-P auf 2 µm genau ein. Das zusätzliche Feinjustieren der Fräseinsätze bezüglich des Planschlages im Maschinenraum entfällt dank des neuen Einstellgeräts.“ Für Alupress bedeutet das eine immense Zeitersparnis.
Doch das ist nicht der einzige Vorteil, den das UNISET-P für das Unternehmen bietet. „Der Zyklus für das Einstellen der Werkzeuge kann voreingestellt und gespeichert werden“, erläutert Michael Hils. Das heißt, der Bediener wählt sein einzustellendes Werkzeug am Monitor aus und bekommt Schritt für Schritt erklärt, welche Werte er einstellen muss. Diese Werte werden einmalig für jedes Werkzeug festgelegt, das entsprechende Messprogramm wird erstellt und gespeichert. „Die Handhabung ist sehr einfach. Ist ein Werkzeug einmal angelegt, kann jeder Bediener das Werkzeug einstellen“, bestätigt Patrick Wittig. Das erhöht die Prozesssicherheit, denn nur wenn die Werkzeuge korrekt eingestellt sind, erreicht Alupress die geforderten Toleranzen bei der Bearbeitung. „Durch die zweite Kamera können wir zudem sehr genau, beispielsweise die Schneideninspektion, dokumentieren“, zählt Patrick Wittig einen weiteren Vorteil des UNISET-P auf.