19.10.2022

Warum Hydrodehnspannfutter nachhaltiger sind

Soziale Verantwortung im Unternehmen

Wenn Werkzeuge sicher gespannt werden müssen und dabei auch ein guter Rundlauf gewährleistet sein soll, führt bei den Spannmitteln kein Weg am Schrumpfen oder einem Hydrodehnspannfutter vorbei. Bei der Auswahl zwischen den Verfahren spielen meist technische Gegebenheiten oder persönliche Vorlieben eine Rolle. Doch sollte man in diese Entscheidung auch Nachhaltigkeitsgesichtspunkte einbeziehen.

Ein Hydrodehnspannfutter von MAPAL ist in eine Image-Grafik eingebettet.
  • Ein Hydrodehnspannfutter von MAPAL ist in eine Image-Grafik eingebettet.
  • Eine Gruppe von UNIQ Hydrodehnspannfuttern von MAPAL im Einstellraum.
  • Ein Hydrodehnspannfutter UNIQ von MAPAL in der Anwendung.
  • Ein Vollhartmetallbohrer wird mit einem Sechskantschlüssel in einem Hydrodehnspannfutter UNIQ von MAPAL gespannt.

Als Hersteller von sowohl Schrumpf- als auch Hydrodehnspannfuttern stellt MAPAL die beiden Verfahren unter dem Nachhaltigkeitsgedanken gegenüber. Im Ansatz stützt sich der Vergleich auf die Bereiche Technik, Wirtschaft und Soziales als klassische Säulen der Nachhaltigkeit. Im Detail gibt es dabei immer wieder Überschneidungen, zumal technischer Fortschritt oft Hand in Hand geht mit höherer Wirtschaftlichkeit.

Die Nachhaltigkeit kann als Entscheidungskriterium dienen, weil die verschiedenen Spannmittel bei vielen Zerspanungsaufgaben ohne Weiteres austauschbar sind. Anwendungsfälle, für die sich nur Schrumpffutter mit ihren von Haus aus kleineren Störkonturen eignen, werden seltener. Die neueste Generation der MAPAL Hydrodehnspanntechnik unter der Marke UNIQ ermöglicht bereits einen Austausch der Technologien bei exakt gleicher, von der DIN vorgegebener Störkontur.
 

Wesentlich höhere Lebensdauer

Ein Hydrodehnspannfutter UNIQ von MAPAL in der Anwendung.
Die UNIQ Hydrodehnspannfutter von MAPAL erreichen eine mindestens zehnfach höhere Lebensdauer als ein Schrumpffutter und stehen für prozess­sichere Bearbeitungsergebnisse.   ©MAPAL

Ein großer Pluspunkt für das Hydrodehnspannfutter in Sachen Nachhaltigkeit aus technischer Sicht ist dessen wesentlich höhere Lebensdauer. In Vergleichen kam MAPAL zu dem Ergebnis, dass es mindestens zehnmal länger hält als ein Schrumpffutter. Hinzu kommt, dass es sich für die Wiederaufbereitung eignet. Werden beim Service die Einbauteile ersetzt und das Hydrauliköl neu aufgefüllt, läuft das Spannfutter wie neu und ist bereit für eine zweite Lebenszeit. Während ein Schrumpffutter etwa 500 Zyklen spannt, bringt es ein aktuelles UNIQ Hydrodehnspannfutter von MAPAL auf 10.000 bis 15.000 Zyklen. Der etwa doppelt so hohe Preis eines hydraulischen Futters macht sich also bezahlt, zumal bei der Schrumpftechnik die Kosten für ein Gerät hinzukommen.

Bei einem Schrumpffutter erfolgt die Spannung des Werkzeugs durch Erhitzen und Abkühlen der Aufnahme. Dabei verändert sich jedes Mal die Struktur des Materials, was Ermüdung zur Folge hat. Mit jedem Schrumpfprozess wird die Qualität der Spannung schlechter, Rundlauf und radiale Steifigkeit lassen von der ersten Benutzung an immer weiter nach. Im Gegensatz dazu reduziert die Spannung mit Öl Mikroschwingungen in der Bearbeitung. Werkzeugstandzeit und Oberflächenqualität werden somit verbessert: Hydrodehnspannfutter erzeugen über ihre gesamte Lebensdauer prozesssicher eine bessere Oberflächengüte.
 

Eine Gruppe von UNIQ Hydrodehnspannfuttern von MAPAL im Einstellraum.
Die einfache und unproblematische Handhabung ist ein weiteres Plus für die Hydrodehnspanntechnologie.  ©MAPAL

Schrumpfgeräte sind Stromfresser

Ein starkes Argument für einen Wechsel zum hydraulischen Spannen ist der hohe Energieaufwand beim Schrumpfen. Ein Schrumpfgerät, das in der Fertigung täglich im Dreischichtbetrieb im Einsatz ist, kommt jährlich auf einen Stromverbrauch von 10.000 bis 12.000 Kilowattstunden, wie MAPAL in der eigenen Fertigung ermittelt hat. Das entspricht in etwa dem Strombedarf von fünf sparsamen Zweipersonenhaushalten. 

Mit dem Energiebedarf gehen nicht nur hohe Stromkosten, sondern auch eine große Menge an erzeugtem CO2 einher. Beim aktuellen deutschen Energiemix entsteht laut Statista pro Kilowattstunde 366 Gramm CO2. Damit belastet ein Schrumpfgerät die Atmosphäre mit 3,6 Tonnen CO2 pro Jahr. Das zeigt inzwischen Auswirkungen auf die ganze Supply Chain, wo die Nachhaltigkeit in der Produktion zunehmend an Bedeutung gewinnt. Viele Tier1- und Tier2-Kunden wollen nur noch beliefert werden, wenn der Anbieter nachweisen kann, dass er seinen CO2-Fußabdruck reduziert hat. 

Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung spielt neben der Lebensdauer der Spannfutter und dem Energiebedarf der Geräte auch der Faktor Zeit eine Rolle. Der Wechsel eines Hydrodehnspannfutters dauert maximal zwei Minuten. Für ein Schrumpffutter werden je nach Größe sechs bis acht Minuten benötigt. Bei vielen Werkzeugwechseln in der Fertigung summiert sich das über die Arbeitskosten auf beträchtliche Summen. Im Einstellraum spart man sich zudem den Platz für das Schrumpfgerät.
 

Einfacher und sichererer

Ein Vollhartmetallbohrer wird mit einem Sechskantschlüssel in einem Hydrodehnspannfutter UNIQ von MAPAL gespannt.
Der Wechsel bei einem Hydrodehnspannfutter dauert lediglich rund zwei Minuten.   ©MAPAL

The social aspects of sustainability shed light on the topic from the user’s perspective most of all. A product where the performance is obvious to the naked eye is likely more agreeable to users than one with a rusted sleeve. When it comes to handling and safety, there are even more arguments for switching to the hydraulic clamping technology.

A shrink unit is not only cumbersome to handle but also a safety hazard. Almost every user has burned their finger once on a hot chuck during a busy workday. There is no such risk with hydraulic chucks. In general, they are very simple and straightforward to use – the tool only needs to be inserted and tightened. The workers benefit from processes that run more smoothly and require less reworking. The fact that a shrink chuck subject to material fatigue might be the cause for increasing tool wear or deteriorating surface quality is not always immediately obvious in practice.

The comparison result is clear: If you want to manufacture responsibly, then you should consider switching to hydraulic clamping technology. For new purchases, hydraulic chucks are the first choice from a sustainability perspective.
 


Kathrin Rehor, PR Project Manager at MAPAL

Contact

Kathrin Rehor Public Relations Kathrin.Rehor@mapal.com Phone: +49 7361 585 3342


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