An- und Abtriebsarten

MAPAL setzt fünf verschiedene Antriebsarten ein, um Aussteuerwerkzeuge und die Werkzeugmaschine zu koppeln. Dabei ist neben dem Maschinentyp (Bearbeitungszentrum oder Sondermaschine) ausschlaggebend, ob die eingesetzte Maschinen über eine Aussteuerfunktion verfügt oder nicht.

Sechs Abtriebsarten sind in die Bereiche Bewegen und Steuern sowie Kompensieren und Abhebem eingeteilt. 

Aus diesen An- und Abtriebsarten ergeben sich vielfältige Kombinationsmöglichkeiten. Die Auswahl der geeignetsten Kombination erfolgt in enger Abstimmung der MAPAL Produktspezialisten mit dem Kunden.

Antriebsarten im Detail

  • Antriebsart Kühlmitteldruck

    Der Kühlmitteldruck regelt das Aussteuern der Schieber oder das Positionieren der Schneiden. 
    Die Vorschubgeschwindigkeit wird über ein Drosselventil manuell eingestellt. Über ein innenliegendes Federpaket werden Schieber oder Schneide zurückgestellt.

    Kühlmittelgesteuerte Werkzeuge können aufgrund ihrer variablen Schnittstelle auf Bearbeitungszentren ohne Aussteuerfunktion eingesetzt werden.

  • Antrieb durch Auflaufprinzip

    Bei diesem Prinzip läuft die Auflaufglocke auf der Vorrichtung oder dem Werkstück auf. Die Werkzeugaufnahme wird dadurch in das Werkzeug hineingedrückt und der Schieber ausgesteuert. Die Maschinenachse bestimmt die Vorschubgeschwindigkeit. Die Rückstellung des Schiebers erfolgt über ein innenliegendes Federpaket. 

    Die auflaufgesteuerten Werkzeuge können aufgrund ihrer variablen Schnittstelle auf Bearbeitungszentren ohne Aussteuerfunktion eingesetzt werden.

  • Antrieb durch TOOLTRONIC U-Achse / U-Achse Spindeleinbau

    Als in sich geschlossenes Antriebsmodul stellt die TOOLTRONIC eine vollwertige, in die Maschinensteuerung eingebundene NC-Achse dar, die durch induktive Energie und bidirektionale Datenübertragung ein breites Einsatzspektrum ermöglicht. 
    Das Aussteuern der Schieber erfolgt über einen Stellmotor im Werkzeug. 

    Grundsätzlich können aktorische Werkzeuge, die bisher mit Kühlmitteldruck, Auflaufprinzip oder Zugstange betätigt werden, mit der TOOLTRONIC auf Bearbeitungszentren und Sondermaschinen ohne Aussteuerfunktion geregelt angetrieben werden.

  • Antriebsart U-Achse der Maschine

    Die U-Achse der Bearbeitungsmaschine steuert die Schieber an. Die Vorschubgeschwindigkeit wird über die U-Achse eingestellt. Im Regelfall ist diese Achse rotierend und eine voll funktionsfähige NC-Achse.

    Überall dort, wo Bearbeitungszentren mit U-Achs-Systemen ausgestattet sind, können dafür vorbereitete steuerbare Werkzeuge eingesetzt werden.

  • Antrieb durch Zug-/Druckstange

    In einer Sondermaschine können Anwender die zentrale Zug-/Druckstange für das Aussteuern der Schieber oder das Positionieren der Schneiden nutzen. 
    Die Vorschubgeschwindigkeit wird über die U-Achse eingestellt. Die Rückstellung erfolgt ebenfalls über diese Achse (NC-gesteuert).

Abtriebsarten im Detail

  • Linearschieber

    Über eine Schrägverzahnung auf der Zug-/Druckstange wird der Linearschieber, der rechtwinklig zur Mittelachse des Werkzeugs steht, ausgesteuert.

    Bearbeitungen:
    • Einstechen
    • Konturdrehen
    • Plandrehen
    • ​​​​​​​Passlagerdrehen

  • Schrägschieber

    Der Schrägschieber steht ungleich 90° zur Mittelachse des Werkzeugs und wird über eine Schrägverzahnung auf der Zug-/Druckstange ausgesteuert.

    Typische Bearbeitungen mit Schrägschiebern:
    • Einstechen
    • Fasen
    • ​​​​​​​Kegeldrehen

  • Schwenkschieber

    Ein interner Hebelmechanismus steuert den Schwenkschieber über einen zentralen Bolzen an. Die Eigenrotation des Werkzeuges und die überlagerte Rotation des Schwenkschiebers stellen einen Kugelabschnitt drehtechnisch her.

    Bearbeitungen:
    • ​​​​​​​Kugelkalotte drehen

  • Drehschieber

    Das Aussteuern des Drehschiebers erfolgt über eine Kombination aus Drallwelle und Drallbuchse. Dabei wird die Axialbewegung der Drallwelle mittels Drallbuchse in eine Drehung / Rotation ungewandelt. Der Radialhub erfolgt durch exzentrische Lagerung. 

    Typische Bearbeitungen:
    • Einstechen
    • Konturdrehen
    • Plandrehen
    • ​​​​​​​Passlagerdrehen

  • Biege- und Wipphalter

    Eine schiefe Ebene auf der Zug-/Druckstange ist beim Biege- und Wipphalter für das Aussteuern des Kurzklemmhalters verantwortlich. Je nach Lage der Zug-/Druckstange wird der Halter auf den entsprechenden Fliehkreisdurchmesser gestellt. 

    Bearbeitungen:
    • Schneidenverschleißkompensation
    • Drehen von kleinen Konturen
    • Einstechen