01.01.2019
Mobilität im Wandel
Neue Herausforderungen, neue Lösungen in der Elektromobilität
Elektromotoren und weitere Bestandteile elektrifizierter Fahrzeuge sind Komponenten, mit denen sich Hersteller von Fahrzeugen und ihre Zulieferer seit geraumer Zeit intensiv beschäftigen. Neu konstruierte Bauteile und ihre serienfähige Fertigung sind oftmals eine Herausforderung und erfordern aufgrund strenger Toleranzvorgaben das Know-how von Spezialisten. Gemeinsam haben der Maschinenhersteller HELLER und MAPAL im Jahr 2017 eine solche Herausforderung gemeistert. Und die Fertigung eines neu konstruierten Statorgehäuses zur Serienreife gebracht.
In Teamarbeit zur Serienreife
Bereits bei der Angebotserstellung holte sich HELLER deshalb MAPAL als Werkzeugspezialisten mit ins Boot. „Als es an die Umsetzung dieses Projekts ging, sind Dietmar Stehle und Tobias Schur zu einem sehr frühen Zeitpunkt auf uns zugekommen“ erinnert sich Norbert Meier, zuständiger MAPAL Außendienstmitarbeiter. Gerade bei neuen Bauteilen sei es ungemein wichtig, dass sich alle Beteiligten eng abstimmen, konkretisiert Stehle. Und so legten HELLER und MAPAL gemeinsam den kompletten Prozess für dieses neue Bauteil eines Elektromotors aus. Ein Vorteil dabei war die bereits jahrzehntelange Zusammenarbeit der beiden Unternehmen – ein eingespieltes Team ging ans Werk.
Gemeinsam wurde die vorgeschlagene Werkzeugauslegung von MAPAL untersucht, der Prozess geprüft. „Wir haben zusammen das optimale Werkzeugkonzept für die Bearbeitung gefunden“, freut sich Norbert Meier. Und das unter immensem Zeitdruck: „Wir mussten in diesem Fall sehr schnell die ersten Prototypen liefern“, sagt Dietmar Stehle. Und das, obwohl parallel noch am Gießverfahren für das Bauteil gefeilt wurde.
Knackpunkt Statorbohrung
Die Bearbeitung der Hauptbohrung des Statorgehäuses – die Statorbohrung – kristallisierte sich als Knackpunkt der gesamten Fertigung heraus. Ein Bereich, in dem MAPAL ein Alleinstellungsmerkmal hat – die prozesssichere und wirtschaftliche Feinbearbeitung von tiefen Bohrungen mit großen Durchmessern. Der Werkzeughersteller, der eng mit der Automobilbranche verbunden ist, hat diese Kompetenz durch jahrzehntelange Erfahrung, unter anderem bei der Bearbeitung von Getriebegehäusen, gesammelt. „Wir haben unser Know-how auf die Anforderungen, die die Statorbohrung stellt, übertragen“, betont Meier.
Für das gemeinsame Projekt setzt MAPAL auf die gewichtsarmen und trotzdem überaus stabilen Werkzeuge als Schweißkonstruktion, die bestens geeignet sind, um das dünnwandige Gehäuse zu bearbeiten. Trotz langer Auskraglängen und großem Durchmesser von über 250 mm funktioniert das Werkzeug hochgenau.
Light weight thanks to tubular design
For tools with “welded designs”, a tubular design is used for the tool body. These tools only have half the weight of a conventional boring bar. The carriers for the blades and the guide pads are welded on and support each other by means of connection ribs. This minimises the risk of chattering. It also ensures support during interrupted cuts. The resistance to bending is excellent thanks to the tubular design and the stabilising ribs.
“We split the machining of the main bore into three operations – pre-machining, semi-finishing and fine machining,” explains Norbert Meier. In the final stage, the main bore is machined to µm accuracy, using the fine boring tool in welded design. “The PCD-tipped blades are finely adjustable to achieve maximum accuracy,” says Meier. Guide pads support the tool in the bore.
Successful implementation in series production
As for the stator bore, the machine and the tool manufacturers’ experts found appropriate solutions for all other machining operations. “Together, we demonstrated not only that completely machining the workpiece within the specified tolerances worked well, but also that the solution we found allows reliable manufacturing within the cycle times required,” says Dietmar Stehle with satisfaction. Apart from proving that the complete machining of the workpiece could be done within the specified tolerances, the partners were able to demonstrate that their joint solution enables process-capable manufacturing within the predefined cycle times.
Both HELLER and MAPAL gained sustainable know-how during the joint project, resulting in entirely new tool solutions, including self-aligning tools, allowing to achieve the required positional tolerances resulting from the necessary flip-over machining of the component. As a result, both companies succeeded in designing the perfect production process in the first expansion stage. Today, the customer manufactures a 5-digit production volume of the stator housing.