10.09.2025
75 years of MAPAL
In a history now spanning 75 years, the family business MAPAL has gone from humble beginnings to an international group with a global reputation. From the very beginning, the tool manufacturer’s company history has been characterised by continuity and an innovative spirit that was nourished by Swabian ingenuity and creativity, as well as by the entrepreneurial courage of the owner family Kress. Close contact with customers and a reliable sense for what will matter in future continue to shape the company’s culture to this day.
The foundation of the company in 1950 was quite unusual. Dr Georg Kress held a doctorate in economics and was working as a tax advisor when the opportunity came up to take over one of his clients’ companies, which had got into difficulty. Although he knew nothing about technology, threading tools and dies, he bought “OBA Präzisionswerkzeugbau” from Otto Betzler. He sold his successful tax advisory firm in Aalen and became an entrepreneur.
The new name for the business, MAPAL, stood for “Maschinen- und Präzisionswerkzeugfabrik Aalen” and is testament to the fact that woodworking machines were also manufactured in the company’s early days. As cost-effective and efficient production of the profile milling machines was not possible in the long haul in the cramped, simple premises on Obere Bahnstraße in Aalen, MAPAL quickly moved away from this area of business. The focus switched to tap drills, thread dies and thread rollers, which marked the beginning of the product range as we know it today.
It all started with a reamer
However, Dr Kress drew on research and development to overcome these initial problems. In a painstaking and meticulous process, the reamer was improved. This included inserting two guide pads asymmetrically around the circumference of the reamer body. In 1954, the first single-bladed reamer developed by MAPAL with guide pads made of carbide was patented. Another patent for a reamer with indexable inserts made of carbide followed in 1962. Both innovations laid the foundation for developing the reamers into a highly appealing, high-performance tool in the coming years. The fine machining of bores became MAPAL’s calling card.
When Dr Dieter Kress joined the family business in 1969, the son of the company’s founder was well prepared for his future duties. Unlike his father, he was at home with all things technical. On his very first day working at MAPAL, he designed a new clamping method for indexable inserts. It was patented and in principle still forms the technology for clamping the indexable inserts in MAPAL reamers today.
Weitsichtige Produktentscheidung
Nachdem er 1974 die Geschäftsführung übernommen hatte, machte sich Dr. Dieter Kress zügig an die Umgestaltung des Produktportfolios. Der Geschäftsbereich Gewindebohrer und Gewindewalzrollen wurde aufgegeben, um sich ausschließlich auf die Produktion der Reibahlen zu konzentrieren. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als MAPAL zwei Drittel seines Umsatzes mit Gewindewerkzeugen erwirtschaftete. Doch hinter dem Plan steckte unternehmerische Weitsicht. Bei den älteren Produkten gab es kaum Potenzial, sich von zumeist größeren Herstellern zu differenzieren, die dazu preisgünstiger produzieren konnten. Die Einschneiden-Reibahle hingegen war etwas ganz Spezielles, für das es keinen direkten Wettbewerb gab. Allerdings musste der Markt dafür erst erschlossen werden.
Nach und nach wurden die Reibahlen so weiterentwickelt, dass sie sich für die industrielle Großserienfertigung eigneten. Die Beschichtung von Wendeschneidplatten spielte dabei ebenso eine Rolle wie die Verwendung des Werkstoffs PKD für die Führungsleisten. Mit den Werkzeugen fasste MAPAL vor allem in der Automobilindustrie Fuß, wo die Fertigungstechnik von starren Transferstraßen auf flexible Bearbeitungszentren umgestellt wurde.
Parallel zu den technischen Verbesserungen baute MAPAL sein Vertriebskonzept um und setzte auf maximale Kundennähe. Freie Handelsvertreter wurden durch eigene technische Berater ersetzt, deren Aufgabe es war, Kunden bei der Auslegung der Werkzeuge zu beraten und im Einsatz zu unterstützen. In der Automobilindustrie wurde die Zusammenarbeit so eng, dass die Berater sogar an der Entwicklung von neuen Motoren mitwirkten, indem sie denkbare feinmechanische Bearbeitungsmöglichkeiten früh in den Konstruktionsprozess einbrachten. Sie verkauften nicht einfach Werkzeuge, sondern Lösungen.
Vom Mittelständler zum Global Player
Um sein Produkt- und Leistungsangebot vergrößern zu können, was ebenfalls Anforderungen der Kunden nachkam, integrierte MAPAL eine Reihe von spezialisierten Firmen in Deutschland. Mit der Übernahme der WWS in Pforzheim erweiterte MAPAL sein Angebot um PKD-Werkzeuge mit gelöteten Schneiden für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung vor allem von Aluminium und deckte damit ein Segment ab, das auf Kundenseite immer mehr an Bedeutung gewann. Von Miller in Altenstadt kamen VHM-Bohrer und VHM-Fräswerkzeuge ins Programm. Da Vollbohroperationen im Produktionsprozess dem Reiben vorausgehen, wurde damit das Leistungsportfolio von MAPAL ideal ergänzt. Die Firma Weisskopf aus Meiningen verstärkte den Vollhartmetallbereich weiter.
Der Kauf des Winterlinger Traditionsunternehmens August Beck sicherte die Position von MAPAL als führender Hersteller von Reibahlen. Robert Strom und ISOTOOL ergänzten das Portfolio um ISO- und Aussteuerwerkzeuge. 2015 wurden die beiden Unternehmen in die MAPAL ITS umfirmiert, die sich in Eppingen auf komplexe Sonderwerkzeuge mit Aussteuermechanismen fokussiert. Vervollständigt wurde das Produktangebot mit Spannzeugen der WTE aus Ehrenfriedersdorf. Strategische Investitionen hat MAPAL später auch noch im Ausland getätigt.
Transformation in vollem Gang
Daneben erfolgte die strategische Ausweitung von Kundensegmenten abseits der Automobilindustrie, die über Jahrzehnte ein Wachstumsgarant gewesen war. MAPAL fokussiert sich nun zusätzlich auf die Bereiche Aerospace, Fluid Power sowie den Werkzeug- und Formenbau. Digitallösungen bietet die 2017 gegründete c-Com, die inzwischen in die MAPAL Gruppe integriert ist und vor allem die Toolmanagementleistungen unterstützt. Mit einem Umweltmanagementsystem berücksichtigt das Unternehmen alle Aspekte eines nachhaltigen Wirtschaftens. Dazu tragen viele Einzelmaßnahmen in Bereich der Produktion und Verwaltung an allen Standorten bei.
Dr. Jochen Kress hat die Transformation von MAPAL hin zu einer prozessgesteuerten, global agierenden Organisation angestoßen. Strukturen und Prozesse werden der erreichten Größe des Unternehmens angepasst, Entscheidungsprozesse verschlankt und beschleunigt. Die Neuorganisation der Führungsebene in der Aalener Unternehmenszentrale richtet sich an Kernprozessen und Fokusthemen aus. Die strukturellen, organisatorischen und kulturellen Veränderungen, die Dr. Jochen Kress initiiert hat, werden das Unternehmen nachhaltig prägen und weit über das Jubiläumsjahr 2025 hinaus Bestand haben.
Kontakt
Mathias Ostertag Public Relations mathias.ostertag@mapal.com Tel.: +49 7361 585 3566