12.08.2025

Keeping pace with the automotive industry

Interview with Matthias Winter, Segment Manager, on key focus areas in the automotive sector

The technological transformation driven by electrification and autonomous driving is creating new demands in the automotive segment. In this interview, Matthias Winter, Head of Market Segment Management at MAPAL, explains MAPAL’s key focus areas in this field.

L’immagine mostra un componente generico del segmento automobilistico.
  • L’immagine mostra un componente generico del segmento automobilistico.
  • Il team di gestione del segmento di mercato automobilistico
  • L’immagine mostra un utensile combinato per la lavorazione delle sedi e delle guide delle valvole con l’inserto HNHX introdotto nel 2023.
  • L’immagine mostra l’interfaccia del sistema di fissaggio a baionetta.
  • L’immagine mostra un alesatore del sistema HPR400 plus
  • L’immagine mostra un ritratto di Matthias Winter.

What is MAPAL’s strategy in the automotive industry?

Der Automobilbau ist schon lange Jahre unser Kerngeschäft und wird es auch noch bleiben. Neben Aerospace und General Machining ist Automotive unser größtes Hauptsegment. Wir haben dieses Segment in vier Komponentenbereiche strukturiert, die wir genau im Blick haben. Sie werden jeweils von einem eigenen Component Manager geleitet. Diese Bereiche sind Fahrwerk + Bremsen, Verbrennungsmotoren, E-Mobility mit Elektromotor, Batterie sowie Anbauteilen für das Thermomanagement. Zum vierten Bereich Driveline gehört alles von der Kupplung bis zum Rad, also auch Getriebe, Differentialgehäuse und Gleichlaufgelenke. Die großen Automatikgetriebe eines Verbrenners wird man in batterieelektrischen Fahrzeugen weniger brauchen, aber Gleichlaufgelenke zum Beispiel sind auch hier gefragt. Der rote Faden bei unseren strategischen Betrachtungen besteht aus Markt, Komponenten und Lösungen. Ausgehend vom Markt müssen wir Treiber erkennen und die Key Player verstehen. 
Das Bild zeigt ein Generic Component im Automotive-Bereich
Batterierahmen für Elektromotoren gilt im Marktsegment Automotive ein besonderes Augenmerk. Für das Fokusbauteil hat MAPAL ein Generic Component entwickelt und damit bis zu einem gewissen Punkt standardisierte Bearbeitungsprozesse erarbeitet.   ©MAPAL

Wie sehen Sie die Entwicklung des Markts?

Prognosen sagen bis 2030 ein Wachstum der Produktionsmengen von Fahrzeugen voraus. Der Zuwachs kommt allerdings hauptsächlich von Elektrofahrzeugen. Bei den Verbrennern geht man eher von einem Rückgang aus, beim Diesel mit einer größeren Rate als bei den Benzinern. Aktuell ist die Dynamik hin zur elektrifizierten Mobilität sicherlich abgeschwächt, aber diese Transformation wird weiter voranschreiten. Da für ein batterieelektrisches Fahrzeug 60 Prozent weniger zerspant werden muss, ist das für uns erstmal keine schöne Entwicklung. In der Strategieauslegung dürfen wir uns also nicht darauf verlassen, dass uns die Verbrenner weiter tragen werden. Aber das wird ein stetiger Prozess über die nächsten Jahre sein und auch mit je nach Region unterschiedlicher Geschwindigkeit, sodass wir entsprechend anpassen und reagieren können. Wir sind hier auf einem guten Weg. 
Das Marktsegmentmanagement-Team für den Bereich Automotive
Das Team im Marktsegmentmanagement Automotive hat die Märkte und ihre Entwicklungen fest im Blick: Matthias Winter (2.v.r.) mit (von links) Michael Kucher, Johannes Geiß und Igor Ivankovic.   ©MAPAL

Wie nutzt MAPAL die Zeit, um zu reagieren?

Neue Technologien bieten uns auch die Chance, eigene Lösungen dafür in den Markt zu bringen. Um die Marktentwicklung hautnah mitzubekommen, besteht eine starke Allianz zwischen unserem Segmentmanagement und dem Vertrieb. Er hat Auge und Ohr im Markt und bekommt von den Kunden Informationen über neue Entwicklungen bei den Komponenten oder möglicherweise veränderten Produktionsprozessen. So können wir unser Lösungsangebot stets auf veränderte Anforderungen anpassen.

Generell, wie definieren Sie für MAPAL interessante Bauteile?

Wir gehen hier sehr strukturiert vor und verfügen in unseren Systemen im Background auch über eine Datenstruktur auf der Komponentenebene. Das hilft uns dabei, für uns attraktive Fokuskomponenten zu identifizieren. In der Regel sind das natürlich Bauteile mit einem großen Zerspanungsanteil, für die hohe Genauigkeit verlangt wird. Ein großes Marktvolumen kann dabei also nicht das einzige Kriterium sein: Denn zum Beispiel verlangt der Markt zwar nach sehr vielen Zahnrädern. Da wir aber keine Verzahnungswerkzeuge im Portfolio haben, spielen Zahnräder für uns keine Rolle. Anders sieht es bei Zylinderköpfen aus, von denen ebenfalls noch hohe Stückzahlen benötigt werden. Die haben herausfordernde Bohrungen und erfordern hohe Genauigkeit. Wir verfügen über eine sehr gute Werkzeugtechnologie, um diese Anforderungen zu bedienen. Ähnliches gilt bei Gehäusen für Elektromotoren, die ebenfalls hohe Präzision erfordern. Wenn wir dafür mit unserem Produkt- und Leistungsportfolio wettbewerbsfähige Produkte anbieten oder entwickeln können, sind wir dabei. Unser Produktmanagement entwickelt dann zusammen mit der R&D die passenden Lösungen.
Das Bild zeigt ein Kombinationswerkzeug für die Ventilsitz- und Ventilführung mit der 2023 eingeführten HNHX-Schneidplatte.
Auch für Verbrennungsmotoren stellt MAPAL kontinuierlich Neu- und Weiterentwicklungen vor. Im Bild zum Beispiel ein Kombinationswerkzeug für die Ventilsitz- und Ventilführung mit der 2023 eingeführten HNHX-Schneidplatte.   ©MAPAL

Mit der Transformation der Automobilindustrie kommen dabei vermutlich auch neue Komponenten auf den Plan?

Ja, natürlich. Denken wir zunächst an das Statorgehäuse für Elektrofahrzeuge. Das ist zwar keine ganz neue Komponente mehr, aber hier gab es bis vor kurzem noch eine große Varianz. Inzwischen stabilisiert sich die Geometrie. Und es kommen trotzdem immer noch Weiterentwicklungen hinzu, wie etwa eingegossene Stahlbuchsen, die Lager aufnehmen. Bearbeitungslösungen dafür sind durchaus eine Herausforderung. Wenn wir die Explosionsdarstellung eines Elektromotors betrachten, sehen wir noch mehr Komponenten, die für uns interessant sein können. Neben dem Statorträger sind das Getriebegehäuse, Lagerdeckel und das Gehäuse für die Leistungselektronik. 

Im Bereich Chassis & Breaks entstehen durch das autonome Fahren mit By-Wire-Technologien neue Bauteile. Hier haben wir Zerspanungslösungen für kombinierte Bremsgehäuse entwickelt, die in Systemen ohne Hydraulikleitung gebraucht werden. In ihren Grundfunktionen ähneln die neuen Komponenten den bisherigen, doch bringen sie mehr Sensorik und Aktorik in die Fahrzeuge. Uns ist dabei wichtig, wie sich dadurch Teile verändern, die auch eine mechanische Bearbeitung erfahren. Unabhängig von einzelnen Komponenten ist der Trend hin zu Aluminium ungebrochen, um etwa mit leichteren Konstruktionen das zusätzliche Gewicht von Batterien zu kompensieren. 
 

Auf dem Bild zu sehen ist die Schnittstelle Bajonet Fitting System.
Die 2024 auf den Markt gebrachte Schnittstelle Bajonet Fitting System eignet sich hervorragend für das Fräsen der Kugelbahnen in homokinetischen Gelenken.   ©MAPAL

How do you implement further developments of components? The solutions portfolio you described for a component is tied to a specific component design, isn’t it?

If requirements change, we of course adapt our range of solutions accordingly. To understand requirements and features of important focus components, we like working with sample components, which we call generic components. After all, no client wants to be a guinea pig for tool developments. That’s why we use our own components here, which demonstrate the real functions as required by industry as clearly as possible. We use generic components like these for electric motors, for instance. Of course, a component’s core characteristics may change with time. These may include additional machining steps, higher accuracy or other materials. That’s where we need to step in where required and modify our sample component, whose design isn’t set in stone. For instance, a lot has happened with valve guides in the past 20 years, in terms of both size and materials. We had to keep launching new test series to continue developing our technology.

The quantities requested may also require changes. The design of a component does not change with the quantity to be produced, but in combination with process requirements, quantities do play a role. This brings us to other tool regions with performance or expert solutions, where more complex tools boost productivity and process capability. These machining solutions for strategic components, which are standardised up to a certain point, are available worldwide through our sales department, by the way. Their significance increases as the shift from local or regional production to global production intensifies. To serve our customers as best we can, we are pushing forward with our global footprint in this area.
 

The image shows a reamer from the HPR400 plus system
HPR400 plus high-performance reamer for finish-machining the main bearing bore of a steel swivel bearing.   ©MAPAL

What is this global footprint all about?

In this case, it has nothing to do with carbon. It describes our international setup and how we are able to swiftly assist our customers everywhere with our solutions. In addition to tool manufacture, these include the production of upstream processes, but also after-sales services in particular. For instance, if we deliver PCD tools from Germany to Mexico for an initial projection, almost no one wants to send them back for repair or regrind. It has to be possible there. Recent years have shown how fragile supply chains can be. Our customers view this more critically in their risk management than before, where everything was always trending towards globalisation.

How have supply chains changed?

At MAPAL, we run an ongoing supply chain analysis to identify production relocations. We observe these developments in order to respond to them at an early stage and set up appropriate support on the ground. We are also seeing increased outsourcing of production from automobile manufacturers to suppliers. I sometimes get the impression that the major OEMs want less and less to do with mechanics and prefer to dedicate themselves to the software defined vehicle. But with all software there is luckily still all kinds of hardware. We are the optimum technology partner for machining with our expertise in the market, components, solutions and our extensive product portfolio.
The image shows a portrait of Matthias Winter.
Matthias Winter, Head of Market Segment Management at MAPAL.   ©MAPAL

Thank you for the interview, Mr. Winter.

Quote

"Vehicle production volumes are predicted to grow between now and 2030“

Matthias Winter, Global Head of Market Segment Management at MAPAL


Portrait Ostertag-Mathias

Contact

Mathias Ostertag Public Relations mathias.ostertag@mapal.com Phone: +49 7361 585 3566


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