28.04.2021
Marktsegmente bestimmen die Spanntechnik der Zukunft
Neue Strukturen im MAPAL Produktbereich Spanntechnik – sowohl organisatorisch als auch produktseitig
Dennis Minder, der bereits seit sechs Jahren Verantwortung im Bereich der MAPAL Spanntechnik trägt, hat zum Start des Jahres 2021 das gesamte Produktmanagement dieses Bereichs von Jochen Schmidt übernommen. Letzterer betreut zukünftig das Marktsegment „General Machining“. Über diesen von langer Hand geplanten Schritt, die Zukunft der Spanntechnik und die neue Rolle der Marktsegmente sprechen die beiden im Interview.
Herr Schmidt, Sie haben zu Beginn des Jahres die offizielle Verantwortung für den Bereich der Spanntechnik an Herrn Minder übertragen. Wie kam es zu diesem Schritt?
Jochen Schmidt: Im Moment befindet sich das gesamte Unternehmen in einer Neuausrichtung. Ein Teil der organisatorischen Umstrukturierung ist die vermehrte Konzentration auf Marktsegmente. Ich habe zum Beginn des Jahres die Gesamtverantwortung für das Marktsegment General Machining übernommen. Dass Dennis Minder eines Tages das Produktmanagement für die Spanntechnik übernimmt, haben wir bereits seit 2018 geplant. Seitdem hat er alle Bereiche in der Spanntechnik durchlaufen und von der Pike auf alles zu unseren Produkten, den Kunden und den Märkten gelernt und ist Schritt für Schritt in seine Rolle hineingewachsen. Als wir unsere neu gestalteten Spannfutter eingeführt haben, hatte er dafür bereits die Verantwortung übernommen.
Herr Minder, wie sehen Ihre Pläne für die Spanntechnik bei MAPAL aus?
Dennis Minder: Da ich den Weg, den die Spanntechnik in den vergangenen Jahren genommen hat, bereits aktiv mitgestalten konnte, werde ich diesen Weg auch weiterhin konsequent verfolgen. Die Verantwortung ist fließend auf mich übergegangen, daher gibt es keinen harten Cut – außer dem Ansprechpartner wird sich also nichts Grundlegendes ändern. Wir werden weiterhin mit großem Einsatz die Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt stellen.
How would you describe the journey you have taken in a few words?
Dennis Minder: We are currently undergoing a transformation process. The chuck used to be just a tool holder. Now, it is increasingly becoming an application-oriented, performance-enhancing element of the overall system. To continue this, we plan to focus even more on individual market segments in the future and develop chucks for special requirements from the markets. The individual product and market segment departments at MAPAL are working closely together on this – so Jochen Schmidt and I will also be continuing our close cooperation.
Jochen Schmidt: I can only confirm this. In market segment management, we are intensively confronting the individual needs of customers from the specific markets and using these to generate – in cooperation with the respective product management – corresponding standard products and custom solutions. While this has already taken place in the same way in the past, we will now be increasing our focus on the individual market segments. Our optimally tailored overall system allows us to offer maximum added value for the users – our customers.
Were the two recently presented chucks with their new design – the UNIQ DReaM Chuck 4.5° and UNIQ Mill Chuck – already developed in this way?
Jochen Schmidt: In fact, we developed the essential characteristics that make these chucks special using specific customer requirements. With the UNIQ Mill Chuck, the corresponding requirements actually appeared in different market segments – wherever our customers machine high-quality parts in highly dynamic machining processes.
Dennis Minder: We took these requirements, including from customers in the aviation or die & mould sector, and transformed them into our UNIQ Mill Chuck. With this hydraulic chuck, we satisfy the main concerns for maximum process reliability, which is the most important requirement with these machining processes.
Was zeichnet das neue UNIQ Mill Chuck über die Prozesssicherheit hinaus aus?
Dennis Minder: Für das neue Spannfutter haben wir unser bestehendes MillChuck HB weiterentwickelt, das sich beispielsweise beim Trochoiden Fräsen vielfach bewährt hat. Das neue UNIQ Mill Chuck haben wir zusätzlich für hochdynamische Prozesse mit Drehzahlen von bis zu 33.000 min-1 ausgelegt. Dafür haben wir die gesamte Geometrie, die Technologie und das Design angepasst. Die Kontur beispielsweise ist für dynamische Prozesse optimiert. Sowohl das UNIQ Mill Chuck als auch das UNIQ DReaM Chuck 4,5˚, also beide Spannfutter, die nach dem neuen Industriedesign gestaltet sind, bieten klare Mehrwerte – nicht nur funktionell, sondern auch hinsichtlich Ergonomie und Handling.
Welche Kundenbedürfnisse erfüllt das zweite Spannfutter, das UNIQ DReaM Chuck 4,5˚?
Dennis Minder: Viele Bauteile konnten bisher – aufgrund der wenigen Störkonturen am Schrumpffutter – nur mit solchen bearbeitet werden. Sprich – Bauteile mit kritischen Konturen waren den Schrumpffuttern vorbehalten. Nun bieten Hydrodehnspannfutter allerdings unbestreitbar erhebliche Vorteile gegenüber Schrumpffuttern. Damit unsere Kunden diese Vorteile nutzen können, haben wir die Originalkontur eines Schrumpffutters bei einem Hydrodehnspannfutter realisiert. Dies ist möglich, da die Spannung bei unserem UNIQ DReaM Chuck 4,5˚ im Bund eingeleitet wird – ohne jegliche technischen Nachteile für unsere Kunden. Sie haben nur Vorteile mit dem neuen Futter – einfaches Handling, bessere Oberflächengüten und ein sehr ergonomisches Futter. Stellen Kunden ihre Bearbeitungen auf unser UNIQ DReaM Chuck 4,5˚ um, müssen sie zudem keine neuen Störkonturberechnungen anstellen, sondern können die Futter als „Plug and Play“-Lösung direkt einsetzen.
Jochen Schmidt: Generell begleiten wir mit dem neuen Futter unsere Kunden beim Wechsel zum Hydrodehnspannfutter. Wir holen sie dort ab, wo sie stehen – und das ist in vielen Fällen das Schrumpffutter. Um den Wechsel für die Anwender so einfach wie möglich zu gestalten, bringen wir Handlungshinweise direkt auf dem Produkt an. Zum Beispiel weisen die Futter ein prominentes Piktogramm mit dem Hinweis „Do not shrink“ auf. Denn die Originalkontur kann sonst zu Verwechslungen in der Fertigung führen und ein Hydrodehnspannfutter sollte tunlichst nicht in Kombination mit einem Schrumpfgerät genutzt werden.
Das sind ja nun die ersten zwei Spannfutter nach dem neuen Industriedesign. Wie geht es weiter? Folgen weitere Futter?
Dennis Minder: Natürlich werden weitere Futter im neuen Design folgen. Sie sind am UNIQ im Namen identifizierbar. Das UNIQ steht dabei für die Einzigartigkeit der Spannfutter – dazu bald mehr. Im Moment steht für uns im Vordergrund, das UNIQ Mill Chuck sowie das UNIQ DReaM Chuck 4,5˚ in weiteren Varianten anzubieten. Wir registrieren beispielsweise gerade für das UNIQ Mill Chuck einen großen Bedarf in Asien nach einer BT30 Schnittstelle. An der Umsetzung dieser Anforderung arbeiten wir und werden das entsprechende Futter in diesem Jahr auf den Markt bringen. Zudem wird es zeitnah neue Spanndurchmesser für beide Hydrodehnspannfutter geben. Darüber hinaus arbeiten wir an weiteren Produkten, die unser Programm ergänzen – auch dazu wird es in Kürze mehr zu berichten geben.
Vielen Dank für das Gespräch.
Kontakt
Kathrin Rehor Public Relations Kathrin.Rehor@mapal.com Tel.: +49 7361 585 3342