10.09.2025

75 Jahre MAPAL

Aus bescheidenen Anfängen ist das Familienunternehmen MAPAL in seiner nunmehr 75-jährigen Geschichte zu einer global agierenden Gruppe mit Weltruf aufgestiegen. Von Beginn an war die Firmengeschichte des Werkzeugherstellers geprägt von Kontinuität und einem innovativen Geist, der vom schwäbischen Tüftlertum genauso gespeist wurde wie vom unternehmerischen Mut der Inhaberfamilie Kress. Der intensive Kontakt zum Kunden sowie das zuverlässige Gespür dafür, was für die Zukunft wichtig ist, prägen bis heute die Unternehmenskultur.

Three generations of the Kress family - Dr Georg Kress on the left, Dr Dieter Kress on the right, Dr Jochen Kress in the middle.
  • Three generations of the Kress family - Dr Georg Kress on the left, Dr Dieter Kress on the right, Dr Jochen Kress in the middle.
  • The image shows drawings of the first reamer patented by MAPAL.
  • For 75 years, MAPAL has been a leader in the field of machining – this is evident in the precise manufacturing of components such as engine blocks, transmission housings, and valve bodies.
  • The image symbolizes the transformation process that MAPAL has been undergoing for several years.

The foundation of the company in 1950 was quite unusual. Dr Georg Kress held a doctorate in economics and was working as a tax advisor when the opportunity came up to take over one of his clients’ companies, which had got into difficulty. Although he knew nothing about technology, threading tools and dies, he bought “OBA Präzisionswerkzeugbau” from Otto Betzler. He sold his successful tax advisory firm in Aalen and became an entrepreneur.

The new name for the business, MAPAL, stood for “Maschinen- und Präzisionswerkzeugfabrik Aalen” and is testament to the fact that woodworking machines were also manufactured in the company’s early days. As cost-effective and efficient production of the profile milling machines was not possible in the long haul in the cramped, simple premises on Obere Bahnstraße in Aalen, MAPAL quickly moved away from this area of business. The focus switched to tap drills, thread dies and thread rollers, which marked the beginning of the product range as we know it today.
 

It all started with a reamer

Als zukunftsweisend für den langfristigen Erfolg des Unternehmens sollte sich 1952 der Kauf eines Patents für eine neuartige Reibahle erweisen. Anders als bisherige Konstruktionen arbeitet sie nicht mit vier oder sechs Schneiden, sondern nur mit einer einzigen, die in einen Schlitz eingeklemmt wird und einstellbar ist. Der italienische Erfinder versprach damit geringere Herstellungskosten und mehr Flexibilität beim Reiben. Als Dr. Georg Kress das Patent für die Einmesser-Reibahle erwarb, stellte er sich gegen die Techniker aus seinem eigenen Haus, die das Werkzeug für untauglich hielten und damit grundsätzlich auch Recht hatten.
Das Bild zeigt Zeichnungen der ersten, von MAPAL patentierten Reibahle.
Zukunftsweisend für den langfristigen Erfolg des Unternehmens: Der Kauf eines Patents für eine neuartige Reibahle im Jahr 1952.   ©MAPAL

Um die anfänglichen Probleme zu überwinden, setzte Dr. Kress auf Forschung und Entwicklung. In mühsamer Tüftelei wurde die Reibahle verbessert, unter anderem wurden dafür zwei Führungsleisten asymmetrisch am Umfang des Reibahlenkörpers eingebracht. Die erste von MAPAL entwickelte Einschneiden-Reibahle mit Führungsleisten aus Hartmetall wurde 1954 patentiert, 1962 folgte das Patent für die Reibahle mit Wendeschneidplatten aus Hartmetall. 

Beide Innovationen bildeten die Basis dafür, die Reibahlen in den folgenden Jahren zu einem höchst attraktiven Hochleistungswerkzeug zu entwickeln. Die Bohrungsfeinbearbeitung wurde zum Aushängeschild von MAPAL.

Als Dr. Dieter Kress 1969 in das Familienunternehmen eintrat, war der Sohn des Firmengründers bestens auf seine künftigen Aufgaben vorbereitet. Anders als sein Vater war er in der Technik zuhause. Bereits an seinem ersten Arbeitstag bei MAPAL konstruierte er eine neue Klemmung für Wendeschneidplatten. Sie wurde patentiert und bildet im Prinzip bis heute die Technologie der Klemmung der Wendeschneidplatten in den Reibahlen von MAPAL.
 

Weitsichtige Produktentscheidung

Nachdem er 1974 die Geschäftsführung übernommen hatte, machte sich Dr. Dieter Kress zügig an die Umgestaltung des Produktportfolios. Der Geschäftsbereich Gewindebohrer und Gewindewalzrollen wurde aufgegeben, um sich ausschließlich auf die Produktion der Reibahlen zu konzentrieren. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als MAPAL zwei Drittel seines Umsatzes mit Gewindewerkzeugen erwirtschaftete. Doch hinter dem Plan steckte unternehmerische Weitsicht. Bei den älteren Produkten gab es kaum Potenzial, sich von zumeist größeren Herstellern zu differenzieren, die dazu preisgünstiger produzieren konnten. Die Einschneiden-Reibahle hingegen war etwas ganz Spezielles, für das es keinen direkten Wettbewerb gab. Allerdings musste der Markt dafür erst erschlossen werden.

Nach und nach wurden die Reibahlen so weiterentwickelt, dass sie sich für die industrielle Großserienfertigung eigneten. Die Beschichtung von Wendeschneidplatten spielte dabei ebenso eine Rolle wie die Verwendung des Werkstoffs PKD für die Führungsleisten. Mit den Werkzeugen fasste MAPAL vor allem in der Automobilindustrie Fuß, wo die Fertigungstechnik von starren Transferstraßen auf flexible Bearbeitungszentren umgestellt wurde.

Parallel zu den technischen Verbesserungen baute MAPAL sein Vertriebskonzept um und setzte auf maximale Kundennähe. Freie Handelsvertreter wurden durch eigene technische Berater ersetzt, deren Aufgabe es war, Kunden bei der Auslegung der Werkzeuge zu beraten und im Einsatz zu unterstützen. In der Automobilindustrie wurde die Zusammenarbeit so eng, dass die Berater sogar an der Entwicklung von neuen Motoren mitwirkten, indem sie denkbare feinmechanische Bearbeitungsmöglichkeiten früh in den Konstruktionsprozess einbrachten. Sie verkauften nicht einfach Werkzeuge, sondern Lösungen.
 

Vom Mittelständler zum Global Player

In den USA hat MAPAL bereits 1977 seine erste Tochtergesellschaft eröffnet. Richtig Fahrt nahm die Globalisierung dann aber in den 1990er-Jahren auf. In rascher Folge etablierte MAPAL zahlreiche Auslandsniederlassungen. Die Internationalisierungsstrategie von MAPAL folgte den Wegen der Großkunden. Weil diese Produktionsstandorte fast rund um den Globus aufbauten, ergab sich für den vergleichsweise kleinen Mittelständler aus Aalen die Gelegenheit, mitzugehen und neue Marktpotenziale zu nutzen. MAPAL ist heute in 25 Ländern vertreten.

To expand its product and service portfolio, which also followed customer requirements, MAPAL acquired specialist companies in Germany. WWS in Pforzheim expanded MAPAL’s offer to include PCD tools with brazed blades for high-speed machining, particularly of aluminium, thus covering a segment that was becoming more and more important to customers. Solid carbide drills and milling tools were added to the range courtesy of Miller in Altenstadt. As drilling from solid is the production step prior to reaming, this made a perfect addition to MAPAL’s portfolio. Weisskopf from Meiningen strengthened the solid carbide segment further. 

The purchase of the long-standing Winterlingen-based company August Beck secured MAPAL’s position as a leading manufacturer of reamers. Robert Strom and ISOTOOL added ISO and actuating tools to the portfolio. In 2015, the two companies were rebranded MAPAL ITS, which focuses on complex special tools with actuating mechanisms in Eppingen. Clamping tools from WTE in Ehrenfriedersdorf completed the product range. MAPAL made further strategic investments overseas. 
 

Transformation in full swing

The third generation joined the family company’s executive management in 2008 with Dr Jochen Kress, who had already been working at MAPAL as a development engineer since 2000. When he took the helm of MAPAL Group as president in 2018, the market’s transformation was in full swing. MAPAL is proactively engaging with the automotive industry’s transition to electromobility and developed efficient manufacturing solutions in this area early on. 
The image symbolizes the transformation process that MAPAL has been undergoing for several years.
Dr Jochen Kress initiated the transformation of MAPAL into a process-driven, global organisation.   ©MAPAL

There was also a strategic expansion of customer segments beyond the automotive industry, which had been a guarantee of growth over decades. MAPAL now also focuses on the aerospace, fluid power technology, and die and mould segments. Digital solutions are provided by c-Com since its founding in 2017. The start-up has been merged into the MAPAL Group and primarily assists with tool management services. The company takes all aspects of sustainable management into account with an environmental management system – with many individual measures in production and administration at all sites making their contribution.

Dr Jochen Kress initiated the transformation of MAPAL into a process-driven, global organisation. Structures and processes are being adapted to the size the company has reached; decision-making processes are being streamlined and accelerated. The reorganisation on management level at headquarters in Aalen is based on core processes and areas of focus. The structural, organisational and cultural changes that Dr Jochen Kress initiated will shape the company in the long term and endure long beyond the anniversary year 2025.

As it celebrates its 75th anniversary, the MAPAL Group is resolutely focussed on the future. With investments in new technologies, digitalisation and in the targeted development of capabilities, the company is strengthening its position in key sectors and accelerating its efforts to engage with the market and its customers. This is reflected, for instance, in the activities in the dynamically developing Aerospace segment: MAPAL has pooled its expertise in the field of aircraft final assembly in the Global Organisation for Assembly (GOA) department, founded in 2024 – a decisive step to serve global customers faster and in a more targeted manner. The integration of the subsidiary c-Com and acquisition of the Italian X-Pro S.r.l., a specialist in turnkey projects and clamping fixtures, also highlight the company’s commitment to actively shaping technological developments and fully meeting customer requirements.
 


Kathrin Rehor, PR Project Manager bei MAPAL

Kontakt

Kathrin Rehor Public Relations Kathrin.Rehor@mapal.com Tel.: +49 7361 585 3342


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